Am Boden einer Industrie-Ruine

Wir starteten unsere steiermarkweite Bodenschutz-Tour in Frohnleiten, vor einer Industrie-Ruine, die bereits seit vielen Jahren am Ufer der Mur vor sich hin bröckelt: Die aufgelassene Prinzhorn-Papierfabrik steht sinnbildlich für die verfehlte rotschwarze Raumordnungspolitik der letzten Jahrzehnte.

 

Gemeinsam mit Bezirkssprecher Günter Lesny (Gemeindekassier in St. Radegund) und Hans Preitler (Gemeinderat in Gratkorn) forderte unsere Landessprecherin Sandra Krautwaschl erneut einen besseren Schutz unseres Bodens, denn in keinem anderen Bundesland wird dermaßen verschwenderisch mit der Lebensgrundlage Boden umgegangen wie in der Steiermark. Das verdeutlichte auch die Kulisse. Mit 14,1 km2 wurde bei uns 2019 doppelt so viel Boden verbraucht wie im zweitgereihten Bundesland Oberösterreich, alle anderen Bundesländer folgen weit abgeschlagen. Die Steiermark ist also drauf und dran, buchstäblich den Boden unter den Füßen zu verlieren!

Ausweg Raumordnungsgesetz

Eine Änderung des Raumordnungsgesetzes könnte dabei Abhilfe schaffen. Aktuell liegen 13 entsprechende Anträge im Unterausschuss Raumordnung bzw. Bauordnung und warten auf ihre Behandlung. Um den Druck auf die Landesregierung weiter zu erhöhen, bringen nun zahlreiche Grüne Gemeinderät*innen Petitionsanträge in die Gemeinderäte ein. Am 9. Juni hat St. Radegund auf Antrag der Grünen als erste Gemeinde die Petition an den Landtag einstimmig beschlossen.

Ausweg Raumordnungsgesetz

Eine Änderung des Raumordnungsgesetzes könnte dabei Abhilfe schaffen. Aktuell liegen 13 entsprechende Anträge im Unterausschuss Raumordnung bzw. Bauordnung und warten auf ihre Behandlung. Um den Druck auf die Landesregierung weiter zu erhöhen, bringen nun zahlreiche Grüne Gemeinderät*innen Petitionsanträge in die Gemeinderäte ein. Am 9. Juni hat St. Radegund auf Antrag der Grünen als erste Gemeinde die Petition an den Landtag einstimmig beschlossen.

Bodenschutz gleich Lebensqualität

Günter Lesny berichtete vor Ort von seinem Erfolg in der letzten Gemeinderatssitzung: Dass sein Antrag einstimmig angenommen wurde, führt er darauf zurück, dass auch den anderen Fraktionen die Bedeutung des Bodenschutzes immer bewusster wird. Gerade das Argument, dass es auch um die Belebung der Ortszentren geht, hat viele zum Umdenken gebracht.

Dass immer mehr Boden zubetoniert wird und das Siedlungsgebiet zunehmend ausufert hat eben auch deutliche Auswirkungen auf die Lebensqualität in den Gemeinden: An den Ortsrändern entstehen große Einkaufszentren, in der Folge ziehen viele Geschäfte vom Ortszentrum an die Peripherie. Im Ortskern steht immer weniger Infrastruktur zur Verfügung, das Ortszentrum stirbt aus. Darunter leidet die Lebensqualität massiv: Statt die Wege des täglichen Lebens bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen zu können, ist man meist aufs Auto angewiesen, um das Einkaufszentrum am Rand der Gemeinde erreichen zu können. Die Gemeinden müssen nicht zuletzt steigende Kosten für die Infrastruktur stemmen – ein Kraftakt, der viele Gemeindebudgets an den Rand ihrer Belastbarkeit bringt.

Ausblick

In den nächsten Wochen wird Sandra Krautwaschl in vielen Gemeinden in der Steiermark zu Besuch sein und auf konkrete Probleme, aber auch positive Beispiele aufmerksam machen.